Filzschuhe oder wohin mit dem Bastelkram?

Filzschuhe! Diesmal waren es Filzschuhe.

Ihr kennt das. Anfangs sind es nur Blätter mit undefinierbaren Gekritzel, welches die Kinder aus dem Kindergarten mitbringen. Liebevoll beschriften wir diese und sammeln die Papiere in Ordnern. Wir sind stolz so auf die kreativen Versuche unserer Sprösslinge. Die ersten erkennbaren Menschen! Unser Haus! Der erste Schreibversuch!

„Oh, wie schön!“ „Das hast du toll gemacht.“ „Dieses hänge ich mir über den Schreibtisch.“ Bestärkt durch unserer Lob kommen die Kinder auf den Geschmack und malen jetzt mit Begeisterung auch zu Hause. Zum Schulanfang sind die Sammelmappen prallvoll und Kisten müssen her. Bei mehreren Kindern werden aus den Kisten schnell große Umzugskartons. Jetzt geht der Wahnsinn erst richtig los. Zum Malen kommt jetzt auch das Basteln, welches unseren Haushalt mindestens die nächsten fünf Jahre mit meist nicht schönem und vor allem unförmigen Bastelgedöns überschwemmt. Mehrere Regalreihen unseres eigentlichen Sportraumes zieren Bastelwerke der Klassenstufen 1-7. Riesige Drachen, Märchenkisten, bemalte Gläser und Steine und Bilder, Bilder, Bilder. Will ich mir Knethunde, Bügelperlenuntersetzer und angeschnitze Holzscheite auf die Fensterbank stellen? Nein!

Wohin mit dem Bastelkram?

Erstmal freuen, loben und motivieren. Das Kind hat viel Mühe in die Arbeit gesteckt und will dir eine Freude machen. Die ersten Tage das Werk sichtbar platziert lassen und auch jeglichen Besuch auf die Handarbeit des Kindes hinweisen. Dann langsam aus dem Sichtfeld entfernen. Ich packe alles in große Kartons und stelle diese erstmal in den Keller. Der Alltag des Kindes ist so schnelllebig, dass es sein Produkt ganz fix vergisst. Kein Kind hat mich jemals gefragt: „Mama, hast du noch das Streichholz-Gras-Papp-Karusell, das ich vor drei Jahren gebaut habe?“

Jetzt kommt der schwerste Teil. In einer stillen Stunde, wenn du in guter, gefestiger Verfassung bist – holst du die Kiste hervor und sortierst gnadenlos aus. Bedenke, wenn du bei mehreren Kinder alles aufheben willst, brauchst du bald einen Container. Kannst du dich selbst an Bastelzeug aus deiner Kindheit erinnern? Vermisst du es? Würdest du es gern mal wieder anschauen? Und dann? Dann würdest du es höchstwahrscheinlich so schnell wie möglich wieder in der dunklen Kiste verschwinden lassen, aus der du es geholt hast.

Also sei hart. Bei Zeichnungen such dir die die besten drei eines Jahres heraus und lege sie in toll gestaltete große A3 Mappen. Achte hier auf zeitlose Designs, deine Kinder wollen mit 18 Jahren keine Bärchenmappen anschauen.

Auch den Bastelkram sortiere mutig. Was ist wirklich gelungen, was ist deinen Kindern später peinlich? Woran haben sie schöne Erinnerungen? Auf was wären sie später stolz, weil vielleicht die Herstellung so mühselig war.Du kennst deine Kinder am besten.  Der Rest kommt weg, aber achte darauf, dass deine Kinder ihre Werke nicht im Müll sehen. Ich verspreche dir, sie werden es nicht vermissen.

Bildermappen, Bastelzeug und andere Erinnerungsdinge kommen bei mir in schöne große (!) massive Holztruhen (pro Kind muss eine reichen), die ich den Kindern dann zum Auszug mitgebe. Diese habe ich. Ich glaube, sie werden mir meine Vorauswahl danken.


Neja

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